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Medientalenten auf der Spur

Wer seine Neigungen und Fähigkeiten kennt, kann sein Talent gewinnbringend einsetzen und hat erst noch Spass an der Arbeit. Beim Personalberater Eicher Medientalente ist vor allem die berufliche Fitness entscheidend, das Alter hingegen spielt keine Rolle.

PHILIPP SCHAFFNER Eicher Medientalente ist ein in der Medienwirtschaft bekanntes Einzelunternehmen und wird von dessen Inhaber Rolf R. Eicher geführt.

Rolf Eichers Personalberatungskompetenz stammt von beruflicher Erfahrung im technischen Bereich der grafischen Industrie. Eicher lernte ursprünglich Schriftsetzer und absolvierte später die eidgenössisch anerkannte Technikerschule TGZ. Zudem machte er einen Abschluss als eidgenössisch diplomierter Verkaufsleiter, war an der Unternehmerschule SKUGRA/Segra und absolvierte das Ausbildermodul 1 SVEB1. Darüber hinaus verfügt Eicher über Branchenerfahrung in der grafischen Industrie, den Medien und auf der IT-Lieferantenseite. Seit 1987 ist er, berufsbegleitend, an anerkannten Instituten als Erwachsenenbildner tätig. Auch leitet er seit 1995 auf Mandatsbasis sämtliche Lehrgänge Marketing/Verkauf der Erwachsenenbildung Handelsschule KV Aarau. Seit 1997 ist er als selbstständiger Personaldienstleister/berater tätig, an zentraler Lage im aargauischen Lenzburg.

Publisher: Wie arbeitet die Personalberatung Eicher Medientalente?

Rolf Eicher:Wir sind als Personal- und Unternehmensberatung Dienstleister für die Bereiche Allmedia, Print und Packaging. Für uns ist es unabdingbar, dass wir die Arbeitgeberseite sehr gut kennen. Schliesslich ist es unsere Aufgabe, mögliche Kandidaten bestmöglich zu platzieren. Durch den Vertrag mit unseren Kunden kommt ein Mandat für eine Personalrekrutierung zustande.

Konkret bedeutet das, neben den Kenntnissen über das Unternehmen und dessen Positionierung auch dessen Kulturfaktoren und die internen Gegebenheiten zu spüren. Sonst können wir den gesuchten und von uns empfohlenen Kandidaten keine seriöse Auskunft über die erwartete Situation von Job und Unternehmen geben. Bei den Kandidaten legen wir das Hauptgewicht auf Beratung, Zielsetzungsfindung und auf eine gemeinsame Zusammenarbeit – bis der passende Job gefunden wird. Ungefähr die Hälfte unserer Kandidatenkontakte kommt durch Empfehlungen und über unser Netzwerk zustande. Zudem spielt auch Intuition eine wichtige Rolle bei der Auswahl. Vieles spielt sich eben auch im Bauchbereich ab.

Welchen Weiterbildungsweg empfehlen Sie einem ausgelernten Polygrafen? Oder einem Drucker oder Buchbinder?

Die Frage stellt sich: Will ich in der Technik «zuhause» bleiben oder mich mit meinem angeeigneten Fachwissen eher in Richtung Dienstleistung weiterentwickeln? Beispielsweise Kundenbetreuung, Beratung oder Verkauf. Dazu sollte man seine Neigungen und Fähigkeiten kennen und vor allem die Freude am täglichen Arbeitseinsatz finden können. Denn Arbeit macht Spass, wenn es einem gelingt, seine Talente gewinnbringend einzusetzen.

Nicht zu vergessen: schön, wenn jemand seinen Beruf liebt und auch gekonnt ausübt, auch auf Stufe Polygraf, Drucker oder Buchbinder.

Zuerst einmal sollte man sich über seine langfristigen Zukunftspläne im Klaren sein, eine persönliche Vision aushecken und auch formulieren können. Am besten niedergeschrieben, dann wird sie konkret fassbar und ergibt für allenfalls weitere Involvierte wie Partner, Familie, Arbeitgeber eine gemeinsame, realistische Strategie. Also: Wo möchte ich in fünf Jahren stehen? Bin ich bereit, kurz- oder mittelfristig auf meine Freizeit auf Kosten von Weiterbildung zu verzichten? Entspricht mir dieser Weg oder will ich einfach «nur» einen guten Job auf Fachebene ausüben und dabei zufrieden sein?

Wie schätzen Sie die Entwicklung in der Medienwirtschaft allgemein, in der grafischen Industrie im Speziellen ein?

Die Veränderungen, Weiterentwicklungen und Möglichkeiten der Informa­tionsmärkte, zu welchen insbesondere auch die grafische Industrie zählt, lassen für innovative Ideenfinder heute mehr Nischen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung zu als je zuvor! Wir können heute die Wertkette verschieben, neue Teilmärkte generieren, denn die Digitaltechnik und vor allem die IT geben uns die Grundlagen dazu! Nur wer den Kopf in den Sand setzt und von den schönen Zeiten früher redet, für den ist der Zug abgefahren. In einer möglichen nächsten Rezessionsphase wird sich in der grafischen Industrie sicherlich nochmals eine gewaltige Veränderung ergeben.

Es wird viel von Medienkonvergenz und Crossmedia geredet, also von der Verschmelzung ehemals eigenständiger, getrennter Medienarten oder Mediengattungen: Sind das nur temporäre Schlagwörter oder steckt mehr hinter dem Ganzen?

Die Technik gibt uns heute viel vor. Schlagwörter und Realitäten wie Medienkonvergenz und Crossmedia sind in aller Munde. In diesen Bereichen mit grossem Marktpotenzial herrscht ein eigentliches «Mischmasch»: Medienhäuser, grafische Industrie, IT, die Lieferanten- und Agenturseite, reine Dienstleister und andere. Die Kunst ist es, Kunden oder Abnehmern einen geeigneten, lukrativen Mix anzubieten, welcher seine Berechtigung aufgrund von Lösungen aufweist und vor allem verkauft werden kann! Das setzt voraus, dass die Materie Marketing in der Analyse und der Strategie verstanden, umgesetzt und gelebt wird!

Die Automatisierung schreitet gerade in der Medienwirtschaft rapide voran! Welche Auswirkungen hat das auf künftige Berufsbilder?

Die Entwicklung ist rasant, IT und Automatisierung stehen im Mittelpunkt, mehr als jemals zuvor. Die Ausbildungsfrage kreist mehrheitlich um die Verbände. Im Fokus steht dabei die Anpassung neuer Erscheinungen an die bisherigen Berufsbilder. Und zwar im Zusammenhang mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT).

Schade ist, wenn beispielsweise Polygrafen aus Viscom-Betrieben nach der Lehre abwandern in Richtung Produktionsdienstleister, auf die Agenturseite oder in Marketingkommunikationsabteilungen, welche nicht Viscom-Mitglieder sind. Auch stellt sich die Frage: Wie bringen wir eine Struktur in das schnelllebige Ausbildungssystem? Meines Erachtens ist das die grösste Knacknuss!

Wie steht es eigentlich um die traditionell Kreativen? Wird es für diese künftig mehr oder weniger Platz in der Gesellschaft geben?

Was heisst Kreativität? Wie viel ist einem wirklichen Talent angeboren und mitgegeben? Wird es auch persönlich entdeckt, entwickelt, gepflegt, und hat man Freude dabei? Kann man so auch seinen Lebensunterhalt bestreiten? Tipp: Jobs und Tätigkeiten im Bereich Kreativität setzen absolutes, reines und angeborenes Talent voraus. Ansonsten wird man immer in der zweiten Liga spielen. Wahre Kreative finden immer ihren Weg.

Wie ist das eigentlich mit dem Alter in der Medienwirtschaft?

Aber das Alter spielt doch keine Rolle! Wichtig ist eine permanente berufliche Fitness. Natürlich ist es bei ganz Jungen schwierig, den Einstieg in verantwortungsvolle Positionen zu finden. Ältere Personen ab schätzungsweise 55 Jahren haben es auch eher schwierig.Zum Glück sind viele dieser älteren Spezies heute noch fit, und dabei steigt infolge knapper Personalressourcen auch die Nachfrage stetig, denn Erfahrung zählt heute wieder mehr denn je. Eben dank der Veränderungen in den neuen Märkten.

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