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Photoshop-Praxis: Reparaturpinsel

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Photoshop-Praxis

Reparaturpinsel

Ein neues Werkzeug in Photoshop – hier wird erklärt, wie es funktioniert.

HENNIG WARGALLA Healing brush - der heilende Pinsel heisst das Werkzeug im Original. Mein grosser Dank gilt dem Übersetzer, der diesen quasi-religiösen Ausdruck nicht 1 zu 1 übernommen hat. In der deutschen Version heisst das neue ­Retuschewerkzeug von Photoshop 7 ganz schlicht Reparaturpinsel. Dieser Pinsel ist eine hervorragende Ergänzung zum Stempel. Wir können ihn immer dann sinnvoll einsetzen, wenn wir flächige, verlaufende Elemente im Bild retuschieren wollen. Es müssen übrigens nicht immer Haut­falten sein...

1. Die subtilen Verläufe in den Hauttönen stellen hohe Anforderungen an die Retusche.

2. Der neue Reparaturpinsel funktioniert wie der Stempel. Wir bestimmen mit der alt-Taste einen Bereich, der aufgenommen wird und klicken dann auf den zu retuschierenden Bereich. Doch anders als beim Stempel werden beim Reparaturpinsel die Helligkeits- und Farbinforma­tionen von Quelle und Ziel miteinander verrechnet.

3. So können wir sehr einfach Falten und Hautunreinheiten retuschieren, ohne sichtbare Flecken im Bild befürchten zu müssen.

4. Den Reparaturpinsel sollte man aber nicht einsetzen, wenn starke Kontraste oder Konturen auftauchen. Da er eine Mischung aus Quelle und Ziel erstellt, führt das unweigerlich zu unscharfen und verwischten Ergebnissen (hier mit einem weissen Kreis gekennzeichnet).

5. Für die üblichen Aufgaben der Bildbearbeitung wird man die Option «Muster» nur selten verwenden können. Doch dies macht anschaulich, wie der Reparaturpinsel funktioniert: Die neuen Informationen werden zuerst auf die retuschierten Bereiche aufgetragen

6. und dann mit den bestehenden Pixeln verrechnet. 7 Daneben gibt es das Ausbessern-Werkzeug. Damit wählen wir einen Bereich aus

8. und können dann bestimmen, ob das Ziel oder die Quelle verändert werden soll. Hier ist die Option «Ziel» aktiviert. Ziehen wir die Auswahl auf die Augenbraue, wird eben dieses Ziel retuschiert und verschwindet in diesem Fall völlig.

9. Auf Reparaturpinsel und Ausbessern-Werkzeug haben wir relativ wenig Einflussmöglichkeiten. Anders als beim Stempel können wir nicht die Deckkraft verändern. Umso wichtiger ist es, die Retuschen auf einer Kopie der Originalebene durchzuführen. Dann können wir nämlich über den Deckkraftregler in der Palette die Stärke der ­Retusche bestimmen und zusätzlich die Ebenenmodi wie hartes Licht nutzen. Gerade bei Portraits ist das hilfreich, da wir Falten meist nicht völlig eliminieren, sondern nur reduzieren wollen.

10. Einen ganz entscheidenden Einfluss hat auch die Form der Werkzeugspitze. Je weicher die Spitze ist, umso mehr Umgebungsinformationen werden in die Berechnung mit einbezogen. Stellt man die Kantenschärfe der Werkzeugspitze dagegen auf 0%, wird dieser Bereich deutlich kleiner. Dadurch kann man auch in der Nähe von Konturen retuschieren.

11. Ganz wunderbar kann man den Reparaturpinsel auch bei technischen Motiven einsetzen. Mit dem Stempel die Licht­reflexe in der Karosserie des Oldtimers zu retuschieren wäre eine undankbare Aufgabe. Aufgrund der Verläufe wird man sich immer wieder Flecken ins Bild stempeln.

12. Mit dem Reparaturpinsel ist diese Arbeit viel schneller und perfekter erledigt. Das untere Bild wurde in wenigen Minuten komplett mit dem Reparaturpinsel retuschiert. Nur an den Konturen muss man auf den Stempel zurückgreifen.
Kleine, helle Reflexe an der dunklen, ver­tikalen Kontur und am Rande des Scheinwerfers habe ich bewusst stehen gelassen, um die Grenzen des Reparaturpinsels aufzuzeigen.

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